Alkohol: Wie viel ist zu viel?

Mythen über Alkohol halten sich. Doch Sätze wie „Ein Glas Rotwein am Abend ist gesund“ sind faktisch falsch. Die Deutsche Gesellschaft hat im Jahr 2025 eine Neueinschätzung vorgenommen, nach der jeder Alkoholkonsum riskant ist und das Risiko für gesundheitliche Folgen steigt, je mehr man trinkt.

Hohes Risiko ab sieben oder mehr Getränke pro Woche

Grundsätzlich gilt: kein Alkoholkonsum ist der einzig risikofreie Weg. Und je mehr man trinkt, desto riskanter wird der Konsum:

  • Geringes Risiko: 1 – 2 Getränke pro Woche
  • Moderates Risiko: 3 – 6 Getränke pro Woche
  • Hohes Risiko: 7+ Getränke pro Woche
  • Kinder, Jugendliche und Schwangere sollten gar keinen Alkohol trinken.

Was als Getränk gilt, ist dabei festgelegt auf 10 bis 12 Gramm Reinalkohol. Das entspricht etwa einer 0,33 ml Flasche Bier oder einem 0,1 ml Glas Wein.

Gesundheitliche Folgen für Körper und Psyche

Die langfristigen Risiken betreffen sowohl den Körper als auch die Psyche. Zudem besteht kurzfristig die Gefahr von Unfällen oder Gewalttaten.

Auf körperlicher Ebene greift Alkohol alle Organe sowie viele Stoffwechselprozesse an. Dadurch kann es zu Erkrankungen des Herzkreislaufsystems oder Krebs kommen. Zudem werden das Nervensystem und die Leber in Mitleidenschaft gezogen. Alkoholkonsum ist die Ursache für eine Vielzahl von Erkrankungen und vorzeitiger Todesfälle.

Besondere Vorsicht ist während einer Schwangerschaft geboten, da Alkoholkonsum zu Entwicklungsstörungen und Fehlbildungen des ungeborenen Kindes führen kann. Zu den möglichen Folgen zählt insbesondere das fetale Alkoholsyndrom, das Kinder ein Leben lang beeinflussen kann. Auch während der Stillzeit wird empfohlen, vollständig auf Alkohol zu verzichten, um mögliche gesundheitliche Risiken für das Kind zu vermeiden.

Auf psychischer Ebene können Stimmungsschwankungen und Angstzustände auftreten. Zudem können die langfristigen Auswirkungen von Alkoholkonsum die Entwicklung neuropsychiatrischer Störungen wie Demenzerkrankungen oder kognitiven Abbau fördern. Nicht zuletzt kann sich eine Abhängigkeitserkrankung entwickeln.

Alkoholkonsum reflektieren und reduzieren

Mit dem Selbsttest können Sie in 5 bis 10 Minuten eine Einschätzung Ihres Alkoholkonsums erhalten. Der Selbsttest berücksichtigt nicht nur die Alkoholmenge, sondern auch andere Anzeichen für einen problematischen Konsum wie die Konsumhäufigkeit, Schuldgefühle und Craving.

Bei der Reflektion oder Reduktion von Konsum können zudem professionelle Suchtberaterinnen und Suchtberater helfen – auch wenn keine Abhängigkeit vorliegt. In einer Beratung wird gemeinsam auf die individuelle Situation geschaut und besprochen, was persönliche Ziele und Strategien sein können. Die Beratung ist kostenlos, anonym und über DigiSucht auch einfach online möglich. Informieren Sie sich hier!

Quellen und weitere Informationen:
  • BIÖG (Juni 2011). Alkohol. https://www.drugcom.de/drogenlexikon/buchstabe-a/alkohol/ [Abgerufen am 26.01.2026].
  • Richter, M., Tauer, J., Conrad, J., Heil, E., Kroke, A., Virmani, K., & Watzl, B. (2024). Alkohol – Zufuhr in Deutschland, gesundheitliche sowie soziale Folgen und Ableitung von Handlungsempfehlungen – Positionspapier der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE). Ernährungsumschau, 71(10), 125–139.
  • Richter, A., Starker, A., & Schienkiewitz, A. (2025). Neubewertung des Alkoholkonsums in Deutschland – Welche Bevölkerungsgruppen haben ein erhöhtes Krankheitsrisiko? Journal of Health Monitoring, 10(3), e13396.