Suchtberatung für Jugendliche

Wann ist Suchtberatung für Jugendliche sinnvoll? Die Jugend ist für viele Menschen eine Phase des Ausprobierens und der neuen Erfahrungen. Dazu gehören beispielsweise auch erste Erfahrungen mit Alkohol, Tabak und anderen Drogen, ausgiebiger Medienkonsum oder Berührungspunkte mit Glücksspiel. Diese Erfahrungen können Spaß machen und gehören für viele zum Erwachsenwerden dazu.

Der Konsum kann aber auch Bedenken aufwerfen. Suchtberatung ist auch für Jugendliche ein Weg, den Bedenken zu begegnen. Egal, ob du dich selbst damit befassen willst oder es dir von anderen ans Herz gelegt wurde: Suchtberatung kann dich darin unterstützen, einen Weg zu finden, der langfristig für dich funktioniert.

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Wichtig: Die Beratenden unterliegen der Schweigepflicht. Solange dein Wohl nicht auf dem Spiel steht, dürfen sie niemandem von dem Besprochenen erzählen. Du kannst mit Ihnen auch dann offen sprechen, wenn du etwas Illegales gemacht haben solltest.

Auf der DigiSucht-Plattform finden auch Jugendliche die passende Suchtberatungsstelle und können sich online beraten lassen – zu ihrem eigenen Verhalten, aber auch zu Sorgen um Freunde oder wenn die Eltern suchtkrank sind.

Die Registrierung ist anonym. Die angegebenen Daten dienen nur dazu, dich einer passenden Beratungsstelle zuzuordnen und es lässt sich davon nicht darauf schließen, wer du bist. Es wird nach Alter, Postleitzahl, Geschlecht, Thema der Anfrage und danach gefragt, ob du selbst betroffen oder angehörig bist.

Suchtberaterinnen und Suchtberater beantworten Fragen zu Suchtberatung für Jugendliche


Zum DigiSucht-Netzwerk gehören über 1.100 Beraterinnen und Berater von über 450 Beratungsstellen (Stand: März 2025). Einige beschreiben hier, wie Suchtberatung für Jugendliche in der Praxis aussieht.

Gibt es Unterschiede zwischen einer Suchtberatung für Jugendliche und der für Erwachsene?

Spielst du freiwillig mit dem Gedanken, einer Suchtberatungsstelle zu schreiben? Die Erfahrungen der Beraterinnen und Berater zeigen, dass das eher selten der Fall ist. Ein großer Unterschied ist deshalb, dass Jugendliche häufiger auf Anweisung oder Drängen anderer Menschen hin den Weg in die (digitale) Suchtberatung finden. Häufig sind:

  • Eltern
  • Jugendamt
  • Jugendhilfeeinrichtungen
  • Jugendhilfe im Strafverfahren

der eigentliche Grund, warum Jugendliche in einer Suchtberatungsstelle auftauchen.

Das wissen die Beratenden und passen die Beratung dementsprechend an. Sie kommen euch entgegen und wollen einen Raum bieten, in dem Konsum besprochen werden kann. Inhaltlich geht es dann beispielsweise um risikoarmen Konsum, weiterführende Hilfsangebote und persönliche Motive für den Konsum.

Die Beratenden betonen aber auch einige Gemeinsamkeiten von Jugendlichen- und Erwachsenenberatung:

  • Grundlegend unterliegen die Beratenden auch in der Jugendberatung der Schweigepflicht.
  • Falls zutreffend, unterscheidet sich die Diagnose einer Abhängigkeit nicht.
  • Der grobe Ablauf einer Beratung bleibt gleich.
  • Die Gespräche sind immer respektvoll und auf Augenhöhe.

Wird mit Jugendlichen in der Suchtberatung anders umgegangen?

Der Umgang mit Ratsuchenden ist in der Suchtberatung immer individuell. Bei Jugendlichen bedeutet das häufig eine niedrigschwellige Ansprache und jugendtypische Gesprächsthemen (z. B. Trennung der Eltern, Krankheit oder Tod eines Elternteils, häusliche Gewalt, Schulmobbing). Ein wichtiges Thema kann das soziale Umfeld sein, das euch im besten Fall emotional und praktisch unterstützen kann.

Suchtberatung für Jugendliche bietet besondere Chancen:

Häufig ist die Abhängigkeit oder der Konsum weniger stark ausgeprägt und hat noch keine langjährigen Schäden mit sich gebracht. Außerdem ist die Beratung häufig der erste Kontakt mit dem Suchthilfesystem und es gibt weniger konkrete Vorstellungen davon, was Beratung kann und was nicht. Diese Chance wollen die Beratenden nutzen, damit ihr früh positive Erfahrungen machen könnt.

Jugendliche werden respektiert und ihre Sorgen werden ernst genommen.

Werden in der Jugendsuchtberatung andere Ziele verfolgt?

Die Beratung ist dazu da, euch zu helfen. Deshalb können die Ziele individuell sehr unterschiedlich sein. Grundsätzlich können in der Jugendberatung alle Ziele verfolgt werden, die in der Erwachsenenberatung auch verfolgt werden können.

Allerdings setzen die Ziele bei Jugendlichen oft früher an. Es geht deshalb seltener darum, sofort mit dem Konsum aufzuhören. Mögliche ziele sind stattdessen z. B.:

  • Risikoreichen Konsum früh erkennen und eine Abhängigkeit vermeiden.
  • Wissen und Reflexion über Konsum fördern.
  • weniger schädliche Konsumarten finden.
  • soziale und berufliche Perspektiven entwickeln.

Wenn gewünscht kann auch an andere Angebote im Suchthilfesystem vermittelt werden, wie Entgiftung, Rehabilitation, Jugendhilfe oder Eingliederung.

Grundsätzlich wird in der Suchtberatung niemand zu etwas gezwungen.

Was beibt gleich, egal mit wem man redet?

Der Mensch steht immer im Mittelpunkt – egal in welchem Alter. Die Beraterinnen und Berater nehmen Jugendliche ebenso ernst wie Erwachsene, begegnen ihnen mit Respekt und wollen Vertrauen schaffen. Sie sind verständnisvoll, empathisch, ehrlich und verstellen sich nicht.

Erfahren die Eltern davon? Müssen die Eltern einwilligen?

Nein. Eine Einwilligung oder Einbindung der Eltern ist nicht notwendig.

Es gibt aber Situationen, wo es sinnvoll ist, die Eltern mit einzubeziehen. Sie können ein wichtiges Puzzlestück in der Ausgangssituation und eine Stütze im veränderten Konsum sein.

Die Beratenden unterliegen der Schweigepflicht und dürfen den Eltern im Normalfall gar nicht von der Suchtberatung ihres Kindes erzählen.
In Einzelfällen können sie von der Schweigepflicht entbunden sein, z. B. bei drohender Eigen- bzw. Fremdgefährdung. Außerdem müssen sie von der Schweigepflicht entbunden werden, falls andere Jugendhilfemaßnahmen beantragt werden sollten.

In einigen Beratungsstellen gibt es die Möglichkeit, dass Eltern auf Wunsch in die Beratung einbezogen werden. Wenn sich Eltern selbst in Beratung begeben wollen – als betroffene oder angehörige Person – wird versucht, diese von einem anderen Berater oder einer anderen Beraterin anzubieten. Bei DigiSucht sind die Ratsuchenden aber soweit anonym, dass die Beratenden nicht von einer Beziehung zwischen Ratsuchenden wissen können.

Kann man als jugendliche Person zu jeder Beratungsstelle gehen oder beraten nur manche Beratungsstellen auch Jugendliche?

In den meisten Beratungsstellen sind Menschen jeden Alters willkommen. Doch es ist nicht auszuschließen, dass sich einige Suchtberatungsstellen auf bestimmte Altersgruppen spezialisieren. Eine Suchtberatungsstelle kann sich außerdem auf bestimmte Süchte (z.B. Alkohol, Cannabis, Spielsucht) beschränken und Ratsuchende dementsprechend woanders hin verweisen.

Gleichzeitig gibt es auch Suchtberatungsstellen, die nur für junge Menschen da sind. Sie kennen sich besonders gut aus. Es kann sein, dass andere Beratungsstellen euch so eine Jugendsuchtberatungsstelle empfehlen, wenn sie euch nicht selbst beraten oder sie die Jugendberatungsstelle für geeigneter halten.

Ihr müsst keine Bedenken haben, einfach in die nächste Beratungsstelle zu gehen. Im Zweifelsfall kann sie euch weiterverweisen.

Auf der DigiSucht-Plattform gibst du bei der Registrierung dein Alter ein und anschließend werden dir nur passende Beratungsstellen angezeigt.

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