Beratung bei Mediensucht und problematischer Mediennutzung
Verbringen Sie mehr Zeit vor dem Bildschirm, als Ihnen lieb ist? Würden Sie diese Zeit gerne reduzieren, wissen aber nicht, wie Sie das angehen sollen? Auf der DigiSucht-Plattform stehen Ihnen professionelle Berater:innen zur Seite, die Sie gerne dabei unterstützen.
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Vom Daddeln zur Mediensucht
Ob Gaming, Binge-Watching oder endloses Scrollen durch Social Media – stundenlanges Sitzen vor dem Bildschirm gehört für viele zum Alltag. Doch manchmal kann aus dieser Gewohnheit eine Abhängigkeit entstehen.
Denn viele Apps, Spiele und Plattformen sind gezielt darauf ausgerichtet, uns zu fesseln. Schließlich verdienen die Anbieter mit Werbung, In-App-Käufen oder anderen Mechanismen Geld – und zwar umso mehr, je mehr Zeit man damit verbringt. Dabei setzen sie auf psychologische Tricks, die unser Belohnungssystem aktivieren und uns gezielt fesseln.
Was ist Mediensucht?
Für den Begriff „Mediensucht“ gibt es noch keine einheitliche Definition. Im Allgemeinen wird darunter ein Medienkonsum verstanden, der Merkmale einer Abhängigkeit aufweist. Mediensucht zählt zu den sogenannten Verhaltenssüchten.
Zur Mediensucht gehören wiederum spezifische Formen wie beispielsweise die Computerspielsucht oder die exzessive Nutzung von Social Media. Eine offiziell klinisch eindeutige Diagnose lässt sich bislang nur für die Computerspielsucht stellen. Eine Beratung, wie sie beispielsweise über DigiSucht angeboten wird, kann allerdings zu allen Formen der Mediensucht erfolgen.
Wie erkenne ich eine problematische Mediennutzung?
Wie viel Zeit am Bildschirm ist „zu viel“? Auf diese Frage gibt es keine pauschale Antwort, denn nicht jede intensive Nutzung ist automatisch problematisch. So spielt auch der Grund der Nutzung eine Rolle: Nutze ich das Internet beruflich oder zur Recherche? Oder geht es vor allem um Spiele, Unterhaltung und Ablenkung?
Als allgemeine Anzeichen für eine problematische Mediennutzung gelten:
Wenn digitale Medien zunehmend den Alltag bestimmen und virtuelle Welten wichtiger werden als soziale Kontakte, kann das ein Hinweis auf eine ernsthafte Abhängigkeitsgefahr sein.
Der Übergang vom problematischen Konsum zur Abhängigkeit ist oft schleichend. Doch: Je früher gegengesteuert wird, desto leichter fällt die Veränderung.
Mithilfe des Selbsttests auf ins-netz-gehen.de können Sie herausfinden, wie sich Ihr Medienkonsum einordnen lässt.
Folgen von Mediensucht
Zu viel Zeit online zu verbringen kann körperliche und psychische Folgen nach sich ziehen. Dazu gehören:
- Körperliche Folgen
- Chronische Rückenschmerzen aufgrund des Bewegungsmangels
- Nackenschmerzen aufgrund der Haltung
- Trockende, juckende Augen
- Schmerzen im Unterarm oder der Hand
- Psychische Folgen
- Abnahme der Konzentrationsfähigkeit
- Schlafprobleme
- Innere Unruhe
- Erhöhte Reizbarkeit
- Lustlosigkeit in Bezug auf analoge Aktivitäten
Wer ist besonders gefährdet für eine Mediensucht?
Manche Menschen sind anfälliger für Mediensucht als andere. Besonders gefährdet sind Jugendliche, da sich ihr Gehirn noch in der Entwicklung befindet.
Häufig tritt Mediensucht auch in Verbindung mit psychischen Erkrankungen wie Depressionen oder Angststörungen auf. Ob psychische Probleme erst durch die exzessive Mediennutzung entstehen oder ob sie bereits vorher vorhanden waren, ist noch nicht abschließend geklärt. Wahrscheinlich gibt es eine Wechselwirkung, bei der sich beide Faktoren gegenseitig verstärken.
Ein erhöhtes Risiko, eine Mediensucht zu entwickeln, haben auch Menschen mit einem besonders empfindlichen Belohnungssystem. Dazu gehören Personen, die bereits eine Abhängigkeit – etwa von Alkohol oder Cannabis – hatten oder Menschen mit einer Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS).
Ein weiteres Risiko ist die Neigung zur Prokrastination. Wer dazu neigt, unangenehme Aufgaben immer wieder aufzuschieben, nutzt digitale Medien häufig als Ablenkung – ein Verhaltensmuster, das sich mit der Zeit verfestigen kann. Gleichzeitig können ein geringes Selbstwertgefühl und soziale Isolation die Gefahr einer Mediensucht erhöhen. Menschen, die in der analogen Welt nur wenige Freundschaften pflegen, finden oft Zuflucht in digitalen Räumen.
Auch der Umgang mit Problemen und Gefühlen spielt eine entscheidende Rolle. Wer Schwierigkeiten lieber verdrängt, anstatt aktiv nach Lösungen zu suchen, neigt häufiger dazu, sich in digitale Medien zu flüchten. Typisch ist, dass in stressigen oder belastenden Phasen der Medienkonsum zunimmt, um unangenehme Emotionen wie Angst, Frust oder Einsamkeit zu überdecken.
Tipps, um die Bildschirmzeit zu reduzieren
Folgende Strategien können helfen, die Bildschirmzeit zu begrenzen:
Wo finde ich Hilfe bei Mediensucht?
Die Online-Beratung auf DigiSucht kann dabei unterstützen, eine gesunde Balance im Umgang mit digitalen Medien zu finden. Gemeinsam lassen sich individuelle Strategien entwickeln, um die eigene Mediennutzung nachhaltig zu reduzieren. Berater:innen helfen außerdem dabei zu klären, ob weiterführende Unterstützung – wie eine Therapie – sinnvoll sein könnte, und vermitteln bei Bedarf entsprechende Anlaufstellen. Mehr über das Angebot von DigiSucht erfahren sie hier.
So gibt es beispielsweise Kliniken, die sich auf Mediensucht spezialisiert haben und gezielte Therapien anbieten. Eine Therapie wird in der Regel dann empfohlen, wenn eine Beratung nicht ausreicht, um den Medienkonsum nachhaltig zu verändern.
Eine weitere Möglichkeit sind Selbsthilfegruppen. Hier können Sie sich mit anderen Betroffenen austauschen und gegenseitig von ihren Erfahrungen profitieren. Selbsthilfegruppen in Ihrer Nähe finden Sie zum Beispiel unter: www.nakos.de, www.aktiv-gegen-mediensucht.de oder für junge Menschen unter schon-mal-an-selbsthilfegruppen-gedacht.de.
Mehr Informationen zu Mediensucht:
- Ins-Netz-gehen – Ein Angebot des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit
- www.mediensuchthilfe.info – Ein Angebot des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf
- Anonyme Beratung am Telefon bietet Infotelefon zur Suchtvorbeugung des BIÖG (Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit) unter der Nummer: 0221 – 89 20 31 oder die Nummer gegen Kummer unter 116 111
Quellen:
- Deutsches Ärzteblatt. Medienabhängigkeit: Die Bildschirmsucht nimmt zu. https://www.aerzteblatt.de/archiv/medienabhaengigkeit-die-bildschirmsucht-nimmt-zu-4e55ba40-3ccf-42c9-96d1-142f46c06323, zuletzt zugegriffen: 11.03.2025.
- Gesund.bund.de. Online-Sucht. https://gesund.bund.de/online-sucht, zuletzt zugegriffen: 28.02.2025.
- Paschke, K., Austermann, M. I., & Thomasius, R. (2021). ICD-11-based assessment of social media use disorder in adolescents: development and validation of the social media use disorder scale for adolescents. Frontiers in Psychiatry, 12, 661483. https://doi.org/10.3389/fpsyt.2021.661483
- Rehbein, F., & Zenses, E. M. (2013). Exzessive Bildschirmmediennutzung und Mediensucht: Excessive screen media usage and media addiction. Sucht, 59(3), 125-127. https://doi.org/10.1024/0939-5911.a000244
- Werling, A. M., & Drechsler, R. (2024). Mediensucht bei Kindern und Jugendlichen. Kinderärzte Schweiz, (01/2024), 25-29. https://www.zora.uzh.ch/id/eprint/261358/1/Anna_Maria_Werling___Renate_Drechsler_2024_Mediensucht___13.02.24.pdf
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